Gästebuch - JurijBrezan.de
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| 01.03.2012 17:15, Alexander W. from Berlin: |
| Ach lieber, Herr Grotewent, da haben Sie ja alles Geschütz zusammengezogen, was sie aufbieten konnten, um dem altern Herrn Brezan postum aus vollen Rohren in die Breitseite zu feuern. Einige Details wären es wert näher betrachtet und diskutiert zu werden. Leider spricht aus ihrem Beitrag vor allen Dingen Verkrampftheit und ein starker Drang zur Geschichtsvereinfachung. Um nur einen Punkt herauszugreifen, viele von denen, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit Mitglied in FDJ und / oder SED wurden, taten dies aus idealistischen Beweggründen, mit der Absicht, aktiv am Aufbau einer "neueren, besseren Welt" mitzuwirken. Nach dem in der Nazizeit Erlebten musste nun etwas etwas ganz anderes besseres kommen, daran glaubten, darauf bauten sie. Wir können uns heute sehr bequem im Sessel zurücklehnen und die jungen Idealisten von damals naiv nennen, dem menschlichen Wert und Gehalt ihres Strebens und ihres Einsatzes werden wir damit aber nicht gerecht. |
| 29.01.2012 22:29, Krzysztof: |
| Pozdrowienia od słowiańskich braci z Polski. Sława! |
| 27.01.2012 08:01, K. Grotewent: |
| Dieses Gästebuch hat mehr als einhundert positive Eintragungen. Doch auch mehr als einhunderttausend dürften uns nicht den Blick für die Realität versperren. Brezan war ein altgedienter und unverbesserlicher Kommunist, trat schon vor Gründung der DDR in die SED ein, war Jugendfunktionär und gerade unter den Sorben ein Eintreiber der ersten Stunde. Dieser unbelehrbare Altstalinist bildete ein Vierteljahrhundert lang die rote Bastion im PEN-Zentrums. Zusammen mit Herrman Kant lenkte er als "geistige Speerspitze" des unseligen sozialistischen Realismus den Schriftstellerverband. Für diese gnadenlose Indoktrination erhielt der hochdekorierte Billigheimer jeweils im Abstand von 10 Jahren den Nationalpreis - beispielsweise 1976, dem Jahr der Biermannausbürgerung. Auf dem Höhepunkt der kommunistischen Diktatur stand er noch immer in der ersten Reihe und empfing den Karl-Marx-Orden inklusive Judaskuß von Honecker. 1981, als die Forderungen von Millionen Demonstranten in Polen bereits unüberhörbar waren, während seine ach so geliebte Heimat zusehens verelendete und neben all der Plattenbau-Unkultur erhaltenswerte Bausubstanz schutzlos dem Verrotten preisgegeben wurde, ließ er sich den Vaterländischen Verdienstorden an seine Saubermannweste heften. Es war nur der alphabetischen Ordnung geschuldet, daß ein anderer Jugendfunktionär in der Empfängerreihe direkt vor ihm stand: Eberhard Aurich, Krenznachfolger als Vorsitzender des Zentralrates der FDJ. Lediglich ein Eintrag aus dem Sommer letzten Jahres rettet die Ehre des Gästebuchs. Dafür herzlichen Dank! |
| 08.01.2012 22:27, ichtschechisch: |
| Krabata u nás aji zfilmovali |
| 05.06.2011 10:46, Guscha: |
| Kommentar zu Das Haus an der Grenze, Groschenroman, erschienen 1957 im Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung als Heft 3 der Erzählerreihe. Es wäre nicht sachgerecht, Trivialliteratur trivial zu schimpfen - im Erscheinungsjahr schwang sich der kalte Krieg auf beiden Seiten der geteilten Welt zu immer schwindelerregenderen Höhen auf. Zudem lag der II.Weltkrieg kaum ein Jahrzehnt zurück und die Alltagssorgen wie auch die Alltagssprache waren gekennzeichnet durch elementare Probleme und drastische Entscheidungen. Es handelt sich ungeachtet dessen um Schund! Die Feinde des Sozialismus werden durchweg als Kriminelle beschrieben, die dunklen Schmuggelgeschäften nachgehen, während den guten Menschen die heraufdämmernde Zukunft geradezu gehört. Man könnte mit den wirklich krassen Vereinfachungen aufgrund von deren damaliger Üblichkeit wohl noch irgendwie auskommen, wären sie nicht auch noch überhöht durch eine Unzahl peinigend platter Attribute. Böse Menschen werden als fett beschrieben, haben durchweg kalte und harte Gesichter, sind bis ins Mark durchtrieben und falsch, hintergehen hohnlächelnd ihre Angehörigen und schießen ohne Zögern auf den eigenen Bruder, sie rauchen Morphiumzigaretten, verkehren auch untereinander eisig, zynisch und erpresserisch; ihr Leben ist eine Abfolge aus Gewalttaten, Ränken, Spionagekameras und Uranschmuggel. Selbst die entstellende Narbe, die quer über die üble Verbrechervisage läuft, fehlt nicht. Sie heißen Hakennase, der Fette, die schwarze Zigeunerin und Mausgesicht. Das gleiche wiederholt sich bei den Guten. Den beliebten und sportlichen Rudi, einen junger Grenzer, den alle Blicke im Dorf voller Wohlgefallen begleiten verknüpft aufrichtigen Liebe zur schönen Liesel, die Strümpfe aus zartestem Gewebe trägt und deren porentiefe Reinlichkeit und sozialistische Redlichkeit im sonnendurchfluteten volkseigenen Betrieb gleichsam eine höhere Weihe erhalten. Aus Einsicht bei den bewaffneten Organen auf dem Weg zur Offizierslaufbahn erhält Rudi schon während der Ausbildung einen Orden, da er in tollkühner Schußfahrt einen messerstechenden Ganoven fängt, während sein verschlossener Bruder als Wirt des Schmuggelkönigs in wüste Machenschaften verstrickt ist, die aus dem Westen gesteuert werden und sich durchweg niederen Instinkten und Charakteren bedienen. Sobald alle Verbrecher dingfest gemacht wurden, bezieht das junge Paar die erste eigene Wohnung und träumt vom Nachwuchs, während der Großvater in der Nacht, als sein mißratener Enkel auf der Flucht vor den Grenzsoldaten in den Tod stürzt, die Schenke in Der Grenzer umbenennt. Die Erzählung ist angepasst und liebedienerisch; es braucht keinen Schriftsteller sondern einen krachledernen Kommunisten, um den widerlichen Schmutz unter Jugendlichen zu verbreiten. Aufschlußreich ist der unterschwellige Versuch, die NVA als Gegner der Wehrmacht darzustellen. |
| 22.02.2011 07:56, Tiziana from Schweiz |
| Weiss jemand von welchem Jahr die Kurzgeschichte "Bis dass der Tod euch scheidet" stammt? |
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